Letzte Nacht – es war so wunderbar – fand ich mich im Grünen, auf meinem eigenen Grund und Boden, und plante den Stall meiner zukünftigen Pferde. Der Transporter stand in der Einfahrt, die Sonne fiel durch die Bäume der Allee, und ein so tiefes Glück durchfuhr mich, dass ich aufwachte.
Hätte ich besser nicht auf meinen Vater gehört? Hätte ich, als Mädchen vom Land, das sich ohne Bäume und den Duft von Heu nicht ganz fühlen kann, nicht besser meiner inneren Stimme vertraut und “etwas mit Tieren” gemacht? Andererseits waren die Jungs der Bauern unseres Dorfes nie mein Fall – ich stand schon immer mehr auf Exoten. Und wie sonst hätte ich eben diesen meinen Hof, meine Tiere, bekommen? Hätte es mich vielleicht glücklicher gemacht, Tierärztin zu werden? Aber ich kann kein Blut sehen! Bei Menschen. Ist das dann bei Tieren auch so?
Und was war mit der Pferdewirtin? “Kind, wovon willst Du denn leben?” Ganz ehrlich, Papa, egal, wieviel ich jetzt verdienen kann, es wird nie genug sein – zumal in dieser Stadt. Und das Glück, das mir all die Dinge, welche ich mir nun kaufen kann, bescheren, wird sich niemals mit jenem vergleichen lassen, welches mir damals das sanfte Schnauben des Pferdes in meinem Gesicht gab.
Wirklich? Wäre es das gewesen? Hätte das all diese seelischen Qualen verhindert? Ich weiß es nicht. Sie werden sagen, es sei müßig, ich solle nach vorne schauen. Und Sie haben Recht.
