Die unendliche Geschichte
Verglichen mit den bisherigen Ereignissen verlief die gestrige Prüfung sogar ruhig.
K. versuchte mich zu provozieren, indem er sich der Sitzordnung widersetzte, über Beschriftungen der Bögen mokierte und mir beim Einsammeln der Blätter etwas auf Arabisch entgegenfauchte – ich ging einfach davon aus, dass es ein Kompliment war, ließ all das an mir abperlen, blieb ruhig, lächelte ihn an, was ihn noch mehr zu reizen schien.
Direkt nach der Prüfung, ich war im Büro und sichtete die Lösungen, hörte ich draußen ein lautes Stampfen in Richtung Sekretariat. Ahnend, wer es war, unsere arme Sekretärin nicht allein lassen wollend, ging ich hinterher. Richtig geraten, er war es. Bebend vor Wut, mit geradezu irrem Blick, verlangte er, augenblicklich den Chef zu sprechen. Das wiederum ließ mein Herz höher schlagen, denn dieser hatte bereits angekündigt, sich K. nochmal persönlich vornehmen zu wollen. Leider war aber der Chef nicht da, K. wurde auf ein heutiges Telefonat vertröstet, und ich schloss mich für den Rest des Tages in meinem Büro ein. Heute erfuhr ich dann, dass K. diese Woche leider keinen Termin mehr bekommen hat, denn der Chef ist ein vielbeschäftigter Mann.
Auf der einen Seite freut mich das, denn es ist ein erstes Signal an K., dass er nicht das Zentrum ist, um welches wir alle uns drehen. Auf der anderen Seite bedeutet es noch eine weitere Woche der Ungewissheit, des Ungeklärtseins und Gärens. Und das ist nicht gesund – zumindest nicht für mich.

[...] einschalten wegen Nötigung, Verleumdung und Beleidigung. Nur um es zusammenzufassen, was da alles war: Fernab der vorangegangenen Pöbeleien betrat er mein Büro und schloss die Tür, als ich ihn bat, [...]
Die unendliche Geschichte II « Ernestina’s schrieb dies am 31. Juli 2008 um 1:51 |