Der Feind in meiner Küche
Vorhin, beim Schnippeln von Zucchini, juckte es mich am Arm. Komischerweise gleich an zwei Stellen; bei ganz genauem Hinschauen waren da zwei winzig kleine schwarze Viecher, die auf mir herumliefen, mit bloßem Auge kaum zu sehen. Ich zerdrückte sie und erschrak gewaltig, als ich mindestens fünf weitere Exemplare auf meinen Unterarmen fand.
Ich muss dazu erwähnen, dass ich als Kind in einen Ameisenhaufen gefallen bin, als ich ungefähr fünf Jahre alt war. Nie werde ich das Grausen vergessen, welches sich ob der Horden Viecher breitmachte, die auf mir herumkrochen. In Anbetracht dieses Kindheitstraumas – welches immer hervorbricht, wenn ich Insektengetier auf der Haut verspüre – drehte ich nahezu durch, begutachtete jeden Zentimeter meines Körpers, bildete mir an allen möglichen Stellen Juckreiz ein und begann vor allem, die Quelle dieses Ekels zu suchen.
Ich sah mich die gesamte Wohnung – die sehr reinlich ist, ich hatte noch nie Ungeziefer! – ausräumen und desinfizieren, Möbel wegwerfen, ausziehen. Und traf bei der Suche im Internet auf Wilfrieds Schädlingsbekämpungs-Forum, dem Himmel sei Dank.
Dort kam ich recht schnell auf den Trichter, an den Fensterrahmen zu suchen, und da waren sie. Offenbar Gewitterfliegen-Larven, Hunderte, dicht gedrängt, ekelhaft. Gott sei Dank habe ich Chlor im Haus, somit wurden die Viecher inzwischen außer Gefecht gesetzt; gerade fand ich jedoch noch Überlebende auf der Kaffemaschine und eine auf meinem Arm. Nun wird tatsächlich die Küche ausgeräumt und gesäubert. Und dann nochmal geduscht, zum dritten Mal. Hauptsache, ich nehme die kleinen Racker nicht noch mit ins Bett.

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