Sinnlos
Gestern bin ich total motiviert in ein Seminar für Führungskräfte gegangen. Ich hatte mich freiwillig angemeldet und neue Einsichten erwartet.
Selten habe ich sechs Stunden so sinnlos zugebracht. Eine völlig weltfremde Psychologin nebst Praktikantin, die auf nachlässig vorbereiteten PowerPoint-Folien theoretische Kenntnisse mehr schlecht als recht vermittelte; dazu als andere Seminarteilnehmer jeweils zur Hälfte einerseits völlig selbstzufriedene Herren jenseits der Fünfzig à la „Was soll ich hier eigentlich?“ und andererseits zurückhaltende, leicht verschüchterte Damen à la „Ich bin immer zu nett, was soll ich tun?“. Selten wurden Klischees so gut bedient, so wenige Fragen beantwortet, soviele Phrasen gedroschen.
Sobald ich es mir leisten kann, werde ich mir einen persönlichen Coach suchen, soviel ist sicher. Auch wenn’s furchtbar teuer ist – es ist ganz offensichtlich auch unbezahlbar.

Ein „Seminar für Führungskräfte“ trägt die Sinnlosigkeit ja
schon im Titel. Du arbeitest doch in der Wissenschaft, wozu
brauchst du so etwas überhaupt? Natürlich ist das nur meine
persönliche Meinung und ich habe wirklich keine Ahnung, ob
es _Dir_ etwas bringt — aber meine Empfehlung wäre
„Urlaub statt Coach“
Na ja, ich bin schon gegenüber ein paar Mitarbeitern weisungsbefugt und habe damit so meine Probleme… aber dabei konnte mir das Seminar nicht wirklich helfen.
Schade, dass man das immer erst hinterher weiß…