Wir sind sch….

Genau, „Wir sind schwanger“, diese Doku von Jana Ina und Giovanni – beide sind mir vorher höchstens am Rande begegndet, ich gehöre wohl definitiv nicht zur Zielgruppe. Gestern, zu übermüdet, um wegzuschalten, sah ich diese Sendung zum ersten Mal. Und oh – was für ein Glück! – es war genau die Folge, in welcher das Baby kam.

Davon abgesehen, dass ich es unglaublich unangemessen finde, die Geburt des eigenen Kindes so öffentlich mitverfolgen zu lassen*, riss mir an zwei Stellen nahezu die Hutschnur.

Bei der ersten Situation war das glückliche Paar im Krankenhaus, Jana Ina lag in Wehen da und wand sich – und was tat Giovanni? Er strich sich durch die Haare, richtete die Kopfbedeckung und flirtete auf eine ubglaublich billige, durchschaubare Weise mit der Kamera, während sein Kind unterwegs war. Wie berechnend und verkäuflich kann man heutzutage eigentlich sein?

Dann betrat irgendwann der Familientross die Szenerie und näherte sich dem Krankenhaus im Auto. Und ganz selbstverständlich wurde gezeigt, wie Giovannis Schwester autofahrenderweise am Handy diskutiert.

Genau! Kultiviert sie, jene Herz- und Respektlosigkeit, den Egoismus, die Rücksichtslosigkeit. Vergesst Dinge wie Stolz, Selbstbewußtsein, eigenen Willen, Aufbegehren, Selbstreflexion.

Ich war entsetzt und gleichzeitig beruhigt hinsichtlich meines Geisteszustandes, weil diese Farce mich tatsächlich aufregte und mir damit zeigte, dass ich ganz offensichtlich konkrete Vorstellungen davon habe, wie ich meine Kinder erziehen möchte. Und das rückt den Traum des eigenen Nachwuchses wiederum in greifbare Nähe.

* Ich werde mit steigendem Alter scheinbar immer konservativer.

~ von ernestina am 18. Oktober 2008.

Eine Antwort schreiben