Auf in die Vergangenheit
Bei der CeBIT ist in diesem Jahr die Sprachsteuerung ein großes Thema. Präsentiert wird unter anderem eine Stereoanlage, welche man mit der Stimme bedienen kann; sie ist sogar imstande, Dialekte zu lernen. Diese Technologie soll – so hörte ich – irgendwann in der Zukunft auch bei Fernsehern, Navigationsgeräten und sämtlichem anderen technischen Gedöns zum Standard werden. Keiner werde mehr Knöpchen drücken müssen, die gute alte Tasten-Fernbedienung habe dann ausgesorgt.
Da habe ich einfach meine Phantasie bemüht und mich ins Jahr 2019 begeben. Ich sitze also auf dem Sofa, genieße einen Tatort (hoffentlich mit Thiel und Boerne auf der anderen Seite der Mattscheibe) und sage gedankenverloren zu meinem Mann „Sach ma, Hasi, lief der nicht letztens schon auf’m WDR?“. Und schwupps – sind wir bei eben diesem Sender gelandet, verpassen die spannenste Szene und werden nie erfahren, wer der Mörder war.
So. Wenn ich dies aber weiterdenke, gewinnt das Fernsehen, Navigieren und Musikhören dadurch einen völlig neuen Reiz! Dann ist es genau wie bei Tabu, meinem zweitliebsten Gesellschaftsspiel, wo man etwas umschreiben muss, ohne bestimmte, naheliegende Worte zu benutzen. Dann wird sich also in unseren Wohnzimmern wieder mehr miteinander befasst, das oft bemängelte Aussterben gemeinsamer Spielabende wird gestoppt, die Kreativität wird eine neue Renaissance erleben.
Ich freu mich drauf.

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